| Studien- & Aktivreisen |
|
Weit-Blicke, Waldstr. 68, D-04105 Leipzig Tel. 0341-9808570 Fax 0341-9808575 info@Weit-Blicke.de www.Weit-Blicke.de |
Ob Frühling oder Herbst - beide Jahreszeiten haben ihre besonderen Reize bei einer Reise durch eine Naturlandschaft, die über weite Strecken unberührt ist. Die Mischung mit traditionsreicher Kultur und einer wechselvollen Geschichte lädt zu eindrucksvollen Entdeckungen in diesem spannenden Flecken Europas ein.
Bevorzugt über die Ostsee gelangten seit Jahrhunderten Kaufleuten und Eroberer an die Küste des Baltikums, dem Eingangstor zu Russlands Weiten. Aber was meinen die Begriffe Baltikum und baltisch? Im alten deutschen Sprachgebrauch wurden darunter die Gebiete des früheren Alt-Livlandes, des heutigen Lettlands und Estlands zusammengefasst und baltisch war der dort ansässige Adel, als Nachfahre der Ritterschaften. Baltisch sind aber auch die Sprachen der lettischen und litauischen Landbevölkerung. Erst seit dem 20. Jahrhundert wurde der Adel deutschbaltisch und das Baltikum eine Bezeichnung für die jungen Staaten Estland, Lettland und Litauen.
Dem Mythos Baltikum, der gelegentlich als regionale Zuschreibungen in Reiseführern und Publikationen zu finden ist, werden auch wir auf der Spur sein. Wir wollen ihn aber entzaubern, Unbekanntes erhellen. Seine Faszination soll ihm dabei nicht genommen werden, sondern wird sich auf uns übertragen.
Für die Hauptstädte der drei baltischen Staaten existieren Gründungslegenden, die akribisch gepflegt, zum Mythos der jeweiligen Stadt beitragen. Vilnius soll demnach dem Erscheinen eines eisernen Wolfes in Großfürst Gediminas Traum, Riga dem hilfsbereiten Kristaps und Tallinns Domberg dem "Riesen"begräbnis von Kalevipoegs Vater seine Entstehung zu verdanken haben.
In den Hauptstädten, deren unersetzliche Zentren zum Weltkulturerbe gehören, werden wir Gelegenheit haben, uns mit den steinernen Zeugnissen reichhaltiger Kultur vergangener Jahrhunderte bekannt zu machen.
Die litauische Kapitale Vilnius, 2009 erste europäische Kulturhauptstadt im Osten, erwartet uns mit ihren barocken und gotischen Kirchen, einer der ältesten Universitäten Europas, großfürstlichen Repräsentationsbauten und verwinkelten Gassen und Innenhöfen.
Riga, die quirlige Metropole Lettlands, ist die älteste und größte Stadt des Baltikums und besticht nicht nur durch ihre opulente Jugendstilarchitektur. Achthundert Jahre Stadtgeschichte zeigen sich ebenso durch prächtige Handelshäuser, trutzige Befestigungen, imposante Kirchenbauten, ursprüngliche Holzhäuser und ausgedehnte Parkanlagen.
Die estnische Hauptstadt Tallinn mit ihrem mittelalterlichen Stadtkern ist durch eine noch erhaltene Stadtmauer aufgeteilt in eine Ober- und Unterstadt. Das ist einmalig in Europa, denn der mächtige Domberg hat seine Funktion als Herrschaftssitz bis heute nicht verloren. Die malerische Unterstadt wird uns an hanseatische Zeiten erinnern.
Sehenswerte Regionen und Orte auch außerhalb der Landeszentren laden uns mit geschichtslastigen Bauwerken ein. Neben den Hafenstädten Klaipėda in Litauen, Liepāja und Ventspils in Lettland, sowie Pärnu und Tartu in Estland gehörten auch zahlreiche, an wichtigen Handelswegen gelegene Orte im Landesinneren, der mittelalterlichen Hanse an. Dazu zählen das litauische Kaunas und das estnische Narva. Unsere Reiseroute wird uns zu ihnen führen und Spannendes aus ihren Geschichten offenbaren.
Ritterorden und Bischöfe waren weitere prägende Entwicklungsdominanten vergangener Jahrhunderte in Estland, Lettland und dem litauischen Klaipėda-Gebiet. Ihre steinerne Übermacht durchzieht die Landschaft. Die Bischofsburgen auf der estnischen Insel Saaremaa, im lettischen Turaida, die Ruinen der Ordensburgen Sigulda und Cēsis, hoch über der Gauja in Lettland gelegen, künden noch heute von früheren Herrschaften.
Litauische Großfürsten, die sich erfolgreich gegen den Orden behauptet haben, konnten sich baulich selbst repräsentieren. Eine Besichtigung der restaurierten Wasserburg in Trakai wird uns mit der Geschichte ihrer mittelalterlichen Staatlichkeit bekannt machen.
Einige Themen in der Geschichte und der Kultur der baltischen Region wollen wir durch erweiterte Angebote vertiefen. Sie sind entweder für die jeweilige Kultur spezifisch oder lassen länderübergreifende Analogien zu.
Über Volksbräuche und traditionelles Leben werden wir in Tallinn beim Besuch des Ethnographischen Museums, eines Folklorekonzerts und eines Vortrags mit anschließender Diskussion über das Verhältnis der Esten zu ihren Liedern mehr erfahren. Die Tradition der Sängerfeste und die identitätsstiftende Funktion der Volkslieder finden wir in allen drei Ländern. Sie trugen wesentlich zum nationalen Aufbruch im 19. Jahrhundert bei und spielten eine kennzeichnende Rolle bei der Wiedererlangung der Unabhängigkeit.
Konfessionell unterscheiden sich die überwiegend katholischen Litauer von ihren sprachlichen Verwandten in Lettland und von den Esten, bei denen sich die Reformation durchgesetzt hatte. Wir werden hierzu ein Nationalheiligtum der Litauer, den Berg der Kreuze besteigen, und im dortigen Franziskaner-Kloster Gelegenheit zu einer Unterhaltung finden. Friedlich koexistierend haben aber auch die anderen Glaubensgemeinschaften über Jahrhunderte hinweg ihren Platz in den Gesellschaften gefunden, so die Karaimen im litauischen Trakai und die Altgläubigen im estnischen Kallaste. Die Toleranzpolitik litauischer Großfürsten ermöglichte ein jüdisches Leben sowohl in den größeren Zentren, als auch in ländlichen Gebieten, in den Shtetln. Bis zum Holocaust konnte sich eine reichhaltige jiddische Kultur entwickeln. Das Kulturerbe litauischer Juden, der Litwaken, zu bewahren und zu erforschen ist Aufgabe des Jiddischen Instituts in Vilnius, bei dem wir zu Gast sein werden.
Das 20. Jahrhundert gab den baltischen Staaten erstmals Gelegenheit, einen modernen Staat aufzubauen. Diese Entwicklung wurde durch eine dreifache Besetzung und ihren Auswirkungen unterbrochen. Die deutsche Besatzungspolitik im Baltikum war hauptsächlich auf die Vernichtung der Juden gerichtet. Die Repressalien unter den Sowjets, hauptsächlich massive Deportationswellen, und der bewaffnete Widerstand der Waldbrüder sind im westlichen Europa nahezu unbekannt. Spezielle Museen widmen sich der Aufarbeitung, Darstellung und Erforschung dieser Vergangenheit(en).
Der Besuch eines Ölschieferbergwerkes in Estland wird Anlass sein, uns auch mit Fragen des Umweltschutzes und den Hinterlassenschaften sowjetischer Wirtschaftspolitik zu beschäftigen. Massive Umweltschädigungen in und um die industriellen Kerne stehen dabei im scharfen Kontrast zu der traditionsbedingten Naturverbundenheit der Völker des Baltikums und zu großen Flächen naturbelassener und naturnaher Gebiete.
Die Ostsee bildet die natürliche Grenze des Baltikums nach Westen hin und wird folgerichtig von den Esten als Westsee bezeichnet. Die oftmals bewaldeten Hoch- und Tiefebenen im Landesinnern werden von unzähligen Flüssen und Seen durchzogen. Die Küsten säumen kilometerlange Sandstrände und ausgedehnte Kiefern- und Birkenwälder. Die Weiten des Peipus-Sees werden uns ebenso nachhaltig beeindrucken, wie die Idylle der Inselwelt auf Saaremaa in Estland.
Die Kurische Nehrung in Litauen, eine Landzunge zwischen dem Haff und der See, mit ihren über 60 m hohen Sanddünen, wird uns wegen ihrer besonderen Schönheit in ihren Bann ziehen. Bei Wanderungen hier, als auch im estnischen Lahemaa-Nationalpark mit seinen Hochmooren und Urwäldern und im lettischen Gauja-Nationalpark um das gleichnamige Urstromtal werden wir "baltische" Natur pur erleben können.
Geniessen Sie mit uns die Faszination des Baltikums!