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Eingebettet auf der südlichen Balkanhalbinsel zwischen Adria, Ägäis und dem Schwarzen Meer grenzen zahlreiche Gebirgszüge, deren Gipfel mehr als 2.000 Meter hoch sind, die fruchtbaren Becken und Flusstäler ab. Diese günstige geografische Lage förderte die Handelsbeziehungen zwischen Ost und West, Süd und Nord, weckte aber auch immer die Begehrlichkeiten seiner näheren und ferneren Nachbarn: Griechen, Makedonier, Illyrer, Römer, Slawen und Osmanen. Als Teil dieser historischen Landschaft sind vielfältige bauliche Hinterlassenschaften sehenswerte Zeugnisse einstiger Kulturen. Begleiten Sie uns auf dem Weg durch die Jahrtausende:
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Herzlich willkommen!
Obwohl zeitgeschichtlich am Anfang, werden wir erst am Ende der Reise Gelegenheit finden, den Komplex des Steinzeitobservatoriums bei Kokino zu umwandern. Ungefähr 3.800 Jahre alt, diente es neben der Bestimmung von Mond- und Sonnenphasen als Kultstätte. Erst im Jahre 2001 entdeckt, wurde das Observatorium schon bald von der NASA dem britischen Stonehenge gleichgestellt. Ein interessantes geologisches Denkmal anderer Art ist in unmittelbarer Nähe zu finden: eine Anordnung von Felsen aus gehärteter Vulkanasche, bei denen sich erosionsbedingt eine Figurengruppe herausformte. Diese sogenannten Steinpuppen werden in der Volkspoesie als Hochzeitsgesellschaft gedeutet. Auf Besiedlungsreste der Römer werden wir immer wieder stoßen: die Ruinen von Scupi und ein Aquädukt bei Skopje, das Amphitheater in Ohrid und die antike Ansiedlung Heraclea mit den byzantinischen Bodenmosaiken.
Einen architektonischen Entwicklungsschub gab es mit dem
bulgarischen Zaren Samuel an der Wende zum 11. Jahrhundert und mit dem orthodoxen König
Marko, der im 14. Jahrhundert über mazedonisches Gebiet herrschte: die Festungen über
Skopje und Ohrid und die Festungstürme in Prilep. Befestigt wurde auch in der
darauffolgenden osmanischer Zeit, so mit dem Dutzend Wachtürmen als Wahrzeichen von
Kratovo. Infrastrukturell sind die erhaltenen Steinbrücken dort und in Skopje sehenswert.
Außerdem charakteristisch sind die Ohrid-Häuser mit ihrer Erker-Architektur. Aber auch
Kratovo, eine ehemalige Bergarbeiterstadt, wird uns gerade wegen seiner typischen
Stadtbebauung trotz des gewaltigen Restaurationsbedarfes begeistern. Bitola wird uns mit
einem Stadtzentrum voller klassizistischer Bauten aus dem 19. Jahrhundert, als es
unzählige Konsulate und Handelsniederlassungen beherbergte, empfangen.
Die Ruine des
alten Bahnhofs von Skopje dagegen erinnert mahnend und gedenkend an das große Erdbeben
von 1963, bei dem die Hauptstadt fast vollständig zerstört wurde. Der Wiederaufbau erfolgte
mit Hilfe internationaler Architekturwettbewerbe, deren betonlastigen Resultate Ausdruck
damaliger Ästhetik sind.
Slawisches und Orthodoxes sind auch in Mazedonien untrennbar verbunden. Ab dem 6.
Jahrhundert wanderten slawische Stämme ein. Früheste Zeugnisse ihrer von Byzanz ausgehenden
Christianisierung lassen sich auf das 9. Jahrhundert datieren, als die Schüler der
Slawenapostel Kyrill und Methodius, die Bischöfe Naum und Kliment in Ohrid ihren Sitz hatten.
Die Zeichen der Orthodoxie sind somit allerorten zu finden: unzählige Klöster, Kirchen,
Kapellen und überdimensionale Kreuze aus unterschiedlichen Jahrhunderten. Allein in und um
Ohrid soll es 365 Kirchengebäude geben. So ist zu erlären, das Ohrid nach der
Tretjakov-Galerie in Moskau die größte Anzahl von Ikonen byzantinischen Stiles aus dem
11. bis 14. Jahrhundert vorweisen kann.
Wir werden natürlich auch außerhalb von Ohrid
beeindruckende Beispiele dieser für Mazedonien charakteristischen Sakralarchitektur mit
ihren ausladenden Fresko-Malereien, mittelalterlichen Ikonen und faszinierenden,
holzgeschnitzten Ikonostasen besichtigen: Sv. Spas und Sv. Pantelejmon in und über Skopje,
ein Höhlenkloster bei Struga, die Klosteranlage Sv. Naum am Ohrid-See, Sv. Dimitri in
Bitola - bis vor wenigen Jahren größte orthodoxe Kirche des Balkans - und das Kloster Sv.
Jovan Bigorski im Mavrovo-Nationalpark. Der Bedeutung der Orthodoxie für das Land
angemessen, werden wir mehr bei einem Gespräch mit einem Mönch erfahren können.
Unvergessen wird auch unsere letzte Nacht in Mazedonien werden, die wir in dem früheren
Kloster Sv. Joakim Osogovski in Kriva Palanka verbringen.
Die 500-jährige osmanische Besetzung und Verwaltung des Gebietes zeigen sich bis heute
auch im Bild mazedonischer Städte: Moscheen, Bäder, Gasthöfe, Uhrtürme. Diese, Čaršija
genannten, lebendigen Stadtteile werden uns vor allem in Skopje, Tetovo und Bitola in
ihren Bann ziehen. Während Skopje die höchste Konzentration an Moscheen vorweisen kann,
lädt uns in Tetovo die eindrucksvolle Šarena-Moschee wegen ihrer farbenprächtigen und
ornamentreichen Innengestaltung zu einer Besichtigung ein. Ebenfalls in Tetovo können
wir bei einem Besuch des Derwisch-Klosters mehr über den Bektaşi-Orden erfahren.
Auf
unserer Entdeckungstour durch Mazedonien werden wir außerdem feststellen, dass heutzutage
in den vorrangig von Albanern bewohnten Dörfern, Stadtteilen und Städten islamische
Traditionen wieder lebendig sind, sichtbar vor allem durch Minarette und den albanischen
Adler auf rotem Untergrund. Debar und Struga sind solche urbanen Ansiedlungszentren neben
Tetovo. Dort werden wir Gelegenheit haben, uns bei einem Gespräch mit dem Problemkreis der
mazedonischen, vorwiegend muslimischen Albaner in einem multiethnischen Staat eingehender
vertraut zu machen.
Als naturellen Ausgleich und wegen ihrer
einzigartigen Flora und Fauna werden wir während unserer Reise den drei, im Gebirge
gelegenen Nationalparks Mazedoniens einen Besuch abstatten: Mavrovo, Galičica und Pelister.
Tektonik, Vulkanismus und die südlichsten Ausläufer der letzten Eiszeiten formten die
mazedonischen Landschaft. So ist es nicht verwunderlich, dass der Ohrid-See auf 700 Metern
Höhe mit seinen weit über zwei Millionen Jahren Europas ältester See ist. Malerisch
unterhalb des Galičica-Bergrückens gelegen, werden auch wir seiner Faszination erliegen.
Endemisch ist nicht nur die dort lebende Ohrid-Forelle, eine wohlschmeckende
Lachsforellenart, sondern auch die fünfnadelige Molika-Kiefer, die im Pelister-Gebirge
oberhalb des Prespa-Sees heimisch ist.
Diesen See, der kleinere, jüngere, aber höher
gelegene Bruder und Quelle des zum Weltnaturerbe der UNESCO zählenden Ohrid-Sees, werden
wir auch bei einem Bootsausflug zur Schlangeninsel Golem Grad kennenlernen. Am Rande des
Pelister haben wir dann die Möglichkeit zu Wanderungen und zu interessanten Einblicken in
den Natur- und Umweltschutz Mazedoniens.
Ungeachtet der reichhaltigen Natur- und Kulturschönheiten Mazedoniens, die sehens- und
entdeckenswert sind, werden wir auch unterschiedliche Lebensweisen der Landesbewohner
kennen lernen. Das pulsierende Skopje, das boomende Tetovo, das bürgerliche Bitola sowie
das lebendige Ohrid werden uns modern und zivilisatorisch erscheinen. Tradition und
Authentizität werden wir dagegen öfter in den ländlichen Gebieten und in den abgeschiedenen
Bergdörfern finden.
Mazedonien ist aber auch ein Land der Paprika - angebaut in den
Tiefebenen, schmückt sie, zum Trocknen aufgehängt, farbenprächtig die Häuser. Die Paprika
werden vielfältig zubereitet, finden sich immer auf dem Esstisch und gelten fast als
Grundnahrungsmittel der reichhaltigen mazedonischen Küche. Vorzüglich sind auch die
hierzulande nahezu unbekannten mazedonischen Weine, die wir nicht nur bei einer
Weinverkostung in einem traditionellen Anbaugebiet in Negotino genießen werden.
Gastfreundschaft wird wörtlich genommen, jedoch in einer unerwartet entspannten und
unaufdringlichen Art, am ursprünglichsten erlebbar in den Bergdörfern.
Среќен пат!
Glückliche Reise!