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Abseits der üblichen Touristenpfade lernen Sie mit uns eine Metropole kennen, die mit einer
einzigartigen Mischung aus westlichem und russischem Flair aufwartet.
Während unserer Studienreise nach St. Petersburg beschäftigen wir uns eingehend mit der
ereignisreichen Entwicklung dieser Stadt . Im Mittelpunkt werden verschiedene Aspekte des
sozio-kulturellen Lebens der Unter- und Oberschichten, Städtebau und Architektur stehen.
Wir beleuchten die verschiedenen Nationalitäten, Religionen und Konfessionen, die maßgeblich die
historische und kulturelle Entwicklung geprägt haben. Sie werden Gelegenheit haben, mit
Petersburgern aus unterschiedlichen Bereichen des Lebens ins Gespräch zu kommen.
St. Petersburg wird liebevoll von seinen Einwohnern als "Piter", "Nördliche Hauptstadt" oder
"Kulturhauptstadt" Russlands bezeichnet.
Gegründet 1703 von Peter dem Großen wurde die Stadt 1712 Hauptstadt des Russischen Reiches.
Der Entschluss Peters die Stadt zu gründen, hatte verschiedene Ursachen.
Der Herrscher wuchs in Moskau auf, erlebte als zehnjähriges Kind mit eigenen Augen den Aufstand
der Strelitzen und die Niedermetzlung seines Onkels, zahlreicher Vertrauter und Bojaren. Ihm war
seitdem die alte Hauptstadt verhasst. Peter genoss keine traditionell russische Erziehung und
wurde schon früh mit dem Westen und den in Russland lebenden Ausländern bekannt. Dies förderte
seine Weltoffenheit. Schweden und Russland lagen immer wieder im Krieg. Mit der Eroberung der
Gebiete an der Neva war es ein Gebot der Stunde, das strategisch wichtige Delta und den Zugang zur
Ostsee endgültig in russischen Besitz zu bringen und dies zu manifestieren. Peters Vorliebe für
Städte am Meer und die Seefahrt haben sicher ein übriges zur Wahl des Ortes beigetragen.
Wir möchten Ihnen zeigen, wie sich St. Petersburg als Planstadt entwickelt hat, warum sie als
Venedig des Nordens bezeichnet wird und dabei auch auf die Lebensverhältnisse der Bewohner
eingehen. Architektonische Kleinode, die Petersburger Gassen und Hinterhöfe stehen dabei im
Gegensatz zu den Repräsentationsbauten der Oberschicht, "Slums" des 19.Jahrhunderts im Kontrast
zu bourgeoisen Großstadtvillen, Industriegebäude und sozialer Wohnungsbau der Gebrüder Nobel zum
mondänen Jugendstil dieser Zeit.
Wir folgen der Spur der "echten" Petersburger, die Überschwemmungen, Verbannung in der Zarenzeit,
Deportationen unter Stalin, die neunhunderttägige Belagerung der Stadt und den Hunger überstanden
haben.
Wir möchten wir mit Ihnen durch die Gärten und Parks im Zentrum der Stadt spazieren, aber auch die
grünen Inseln im Delta besuchen.
Unsere Reiseleiter legen auf den Stadtspaziergängen großen Wert auf die Vermittlung von Sitten und
Bräuchen, die Entstehungs- und Nutzungsgeschichte der Gebäude, gepaart mit zahlreichen Anekdoten
literarischer und politischer Prägung.
Einen ganz anderen Eindruck vermitteln wir ihnen bei einer Bootsfahrt auf den Kanälen der Stadt.
Es ist überaus interessant, wie sich die Perspektive plötzlich verändert.
Sankt Petersburg hat im 20. Jahrhundert drei Revolutionen erlebt und 3 Namen besessen. Aus
St. Petersburg wurde mit Beginn des 1. Weltkrieges Petrograd (die russische Übersetzung von Burg).
1924, nach dem Ableben Lenins wurde es in Leningrad umbenannt und behielt diesen Namen bis zum
Augustputsch 1991.
Anfang des 19. Jahrhunderts begann eine starke Industrialisierung der Stadt. Sie expandierte und
die sozialen Spannungen nahmen zu. Diese eskalierten 1905 in einem Generalstreik. Nach der blutigen
Niederschlagung der Unruhen zog sich der Zar aus der Stadt zurück.
Im Februar 1917 kam es erneut zu einem Generalstreik, in dessen Folge Nikolai II. abdankte. Erst
übernahm Fürst Lwov, dann die "Provisorische Regierung" unter Kerenski die Staatsgeschäfte.
Unter der Führung Lenins fand im Spätherbst 1917 die "Große Sozialistische Oktoberrevolution" statt,
die nach heutiger Einschätzung russischer und westlicher Historiker als Putsch eingestuft wird.
St. Petersburg verdankt seinen Ruf auch zahlreichen Literaten. Puschkin liebte diese Stadt und
setzte ihr und ihren Bewohnern mit seinem "Ehernen Reiter" ein Denkmal ganz besonderer Art.
Anna Achmatova, Andrej Bely, Alexander Blok, Josif Brodsky, Daniil Charms, Nikolai Gogol,
Maxim Gorki, um nur einige zu nennen, lebten hier. Man begegnet ihren Spuren an fast jeder
Straßenecke.
Dem Realisten Fjodor Dostojevskij und seinem Roman "Schuld und Sühne" widmen wir eine spezielle
Tour, auf der sie, den Roman als Reiseführer in der Hand, auf die Spuren Raskolnikows gehen
können.
Vertreter der Künstlergruppe "Mitki" werden uns über ihre künstlerische Tätigkeit im Untergrund der
Zeit Breschnews, ihre wachsenden Freiheiten zur Zeit der Perestroika und ihre Schwierigkeiten in
der Marktwirtschaft berichten. Man findet wohl kaum eine Künstlergruppe, die schon über 20 Jahre
besteht und ein so vielfältiges Repertoire bietet. Geprägt sind die "Mitki" eher durch ihre
Philosophie, als durch einen eigenen Stil. Einfachheit, Brüderlichkeit und Orthodoxie sind ihr
Motto. Früher bekannt als "typische Russen" in billigen Schuhen, Wattejacken und exzessiv
trinkend, haben sie vor einigen Jahren die Petersburger Sektion der Anonymen Alkoholiker
gegründet und widmen sich nun dem wohl größten Problem Russlands.
Über die aktuellen Probleme und Fragen der Pressefreiheit können sie sich mit einer Journalistin
austauschen.
Sie werden auch Gelegenheit haben die Eremitage, die zahlreiche westliche Kunstschätze beherbergt, als auch das Russische Museum mit seiner einzigartigen Sammlung zu besuchen.
Etwa 30 Kilometer westlich der Neva-Metropole liegt das Städtchen Peterhof. Es entstand mit dem
Bau der Sommerresidenz Peter des Großen und wurde von seinen Nachfolgern großzügig erweitert.
Bemerkenswert ist die Brunnenanlage mit zahlreichen Fontänen und Skulpturen, die in ihrem
benetzten Gold zauberhaft in der Sonne strahlen. Doch nicht nur diese Illusion ist beeindruckend,
sondern auch das im verborgenen liegende technische Denkmal. Wir haben die seltene Gelegenheit
uns das Innenleben dieser Wasserspiele anzuschauen und durch die Katakomben, mit Anlagen, die
zum Teil noch aus der Erbauungszeit stammen, zu streifen.
Auch in der großzügigen Parkanlage repräsentiert sich der Machtanspruch, wie die Vorlieben Peter
des Großen. Die Fontäne wird gekrönt durch ein Skulptur des Samson, der dem schwedischen Wappentier,
dem Löwen, das Maul aufreißt und ihn bezwingt. Das Architekturensemble ist nach dem Vorbild
Versailles angelegt und Peter hat nach eigenen Plänen ein holländisches "Monplaisir" bauen lassen.
In der Umgebung Peterhofs machen wir uns mit weiteren Bauwerken und dem höfischen Leben bekannt. Zahlreiche Gefolgsleute der Zaren verbrachten hier im Ingermanland den Sommer. Einige der Gebäude wurden aufwendig renoviert, so, das nun leider nicht mehr zugängliche Strel'na, dass seit der Dreihundertjahrfeier St. Petersburgs Präsident Putin als Residenz dient, andere verfallen und dienen der örtlichen Bevölkerung als Baustoffquelle.
Wir fahren auf der ältesten Bahnlinie Russlands nach Pavlovsk. Diese Linie diente anfänglich als
Ausflugslinie. In einem Ballsaal direkt neben dem Bahnhof begeisterte u.a. der Walzerkönig
Strauß die St. Petersburger Gesellschaft.
Vor dem malerisch gelegene Schlösschen scheint uns ein Denkmal des "Alten Fritz" zu begrüßen.
Tatsächlich ist es der russischen Soldatenkönigs Pavel, der sich stark an seinem großen Vorbild
orientierte und sich "Lange Kerls" aus Preußen kommen ließ.
Die Residenz seiner Mutter, Katharina der Großen ist nur wenige Kilometer entfernt. Der Katharinenpalast ist die beeindruckendste Schöpfung des Barock in Russland. Der Palast ist von vielen Mythen umrankt, der bekanntest dreht sich um das Bernsteinzimmer, das nach jahrzehntelanger Arbeit mittlerweile neu entstanden ist. Auch erotische Kabinette Katharinas soll es hier gegeben haben.